Seit 1999

3. Ausgabe des Internationalen Festivals der Archäologischen Filme von Nyon

Die 3. Ausgabe des Festivals fand vom 19. bis 22. März 2003 in der Gasfabrik (Usine à gaz) von Nyon statt.


Organisation: Römisches Museum
 
Direktor: Christophe Goumand
 
 

Die Preisträger

GROSSER JURYPREIS

“Sagalassos, la cite oubliée” (Sagalossos, die vergessene Stadt), Belgien, 52’, Regisseur: Philippe Axell

Dieser Film gibt ein wunderbares Gesamtbild der Archäologie, das für die breiten Massen zugänglich ist und allen beteiligten Fachrichtungen genug Platz lässt. So betont der Regisseur die Interdisziplinarität der Archäologie und definiert ihre Ziele - von der Entdeckung über die Interpretation bis hin zur Rekonstitution - mit Hilfe von verschiedenen Beispielen aus der Vergangenheit. Ein ganz besonderer Verdienst des Filmes ist die Wichtigkeit, die der Langzeitforschung sowohl im Inhalt als auch in der Produktion des Films beigemessen wurde: Ganze 12 Jahre lang wurden die Archäologen bei ihrer Arbeit auf den Ausgrabungen gefilmt. 

Aufnahmen und Schnitt sind makellos, die computergenerierten Bilder spektakulär: Sie wurden perfekt in den Film integriert. Noch dazu wird ein sehr guter Eindruck vom Ambiente auf den Ausgrabungen vermittelt, vor allem im Bezug auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und den gegenseitigen Respekt zwischen allen Teammitgliedern, ob es sich nun um einheimische Arbeiter oder ausländische Archäologen handelt. Dies ist eine Art von Archäologie, bei der es sich um die Menschen heute und in der Zukunft dreht. Sie strebt nach einer nachhaltigen Entwicklung einer gesamten Region.

PREIS FÜR DEN BESTEN LOW-BUDGET-FILM

"Le Rêve de Scipion, mort et pouvoir dans la Rome antique" (Der Traum des Scipio, Tod und Macht im antiken Rom), Italien, 50', Regisseur: Adolfo Conti alias John Michael

Es sind die Kraft und die Poetik dieses Films, die ihn zu einem richtigen Kunstwerk machen. Er ist kinematographisch äusserst geschickt aufgebaut ; die Qualität und der Stil der Bilder geben  ihm einen unbestreitbaren pädagogischen und historischen Wert. Es ist fast unglaublich, dass dieser Film eine Low-Budget Produktion ist. Wir möchten hiermit dem Regisseur für den Beweis danken, dass die finanziellen Mittel eines Films nicht unbedingt seine Qualität wiederspiegeln.

JURYPREIS

"Les derniers jours d'Herculanum" (Die letzten Tage von Herculaneum), Frankreich, Italien, 52', Regisseure: Maurice Ribière und Marco Visalberghi

Da sich wissenschaftliche Nachweise und späteren Erfindungen häufig überschneiden, macht dieser Film mit viel Umsicht auch von der Fiktion Gebrauch, die stets auf wissenschaftlichen Fakten basiert.

Dieses ausgezeichnete Werk setzt die wissenschaftlichen Fakten präzise ein, ohne Laien damit zu erdrücken. Ausserdem ist es eine atemberaubende Rekonstitution des Dramas, das sich in jenen Tagen im August 79 in Herculaneum und Pompei abgespielt hat.

PUBLIKUMSPREIS

"Les derniers jours d'Herculanum" (Die letzten Tage von Herculaneum), Frankreich, Italien, 52', Regisseure: Maurice Ribière und Marco Visalberghi

BESONDERE AUSZEICHNUNGEN

"Les hommes oubliés de la vallée des rois" (Die vergessenen Männer aus dem Tal der Könige), Frankreich, 52', Regisseur: Jerôme Prieur

Dieser Film hat sich eine besondere Auszeichnung durch seine Poesie und die Wertschätzung von Einzelpersonen verdient. Vor allem das Drehbuch und die Kameratechnik des Regisseurs wurden ausgezeichnet: Dank der gleichmässigen und perfekt abgestimmten Kameraführung sowie dem klugen Einsatz von wenig Licht, das dafür umso mehr Bedeutung bekommt, entführt er seine Zuschauer in die Welt der Handwerker, die einige der grössten Meisterwerke der Kunstgeschichte und Archäologie erschaffen haben. Dieser brillante und unkomplizierte Film ist ein berührendes und poetisches Tribut an die ägyptische Kultur.

 "Bilâd Chinquît, le pays de Chinguetti" (Bilâd Chinquît, das Land der Chinguetti), Italien, 59', Regisseure: Lucio und Anna Rosa

Diese Auszeichnung wurde für die Entdeckung eines noch unbekannten Kulturerbes vergeben. Der Film gibt seinen Zuschauern die Möglichkeit, noch praktisch unbesehene Orte zu erkunden. Er ist einfach zusammengeschnitten - es gibt darin keine spektuläre Action oder Computergrafiken, und grosse technische Mittel wie Range Rovers standen auch nicht zur Verfügung: Dafür besticht der Film mit unvergesslichen Bildern von Wüste, Kamelen, wertvollen alten Büchern; von Menschen, die in der Wüste leben und antiken Städten, die bis heute noch nicht archäologisch untersucht wurden. Während immer mehr der Häuser von der Wüste verschlungen werden, ist ihr Abbild in diesen Film verewigt.

Die Jury

Vorsitz

Eric Huysecom, Dozent am Instituts für Anthropologie und Ökologie, Universität Genf

Mitglieder

Thierry Luginbühl, Professor für römisch-provinzielle Archäologie, Universität Lausanne.

Marc Azéma, Regisseur, prehistorian, Montpellier.

Kurt Denzer, Regisseur, Direktor des Festivals des Archäologischen Filme, Kiel, Christian Albrecht University, Kiel.

Jean-Daniel Farine, Rechercheur, Télévision suisse romande, Genf.




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